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Psychologischer Dienst

Es werden Einzeltherapien mit einer Frequenz von ein bis zwei Wochenstunden durchgeführt. Die Eingewiesenen haben die Möglichkeit, die Sitzungen über einen langen Zeitraum in Anspruch zu nehmen, je nach Massnahmedauer bis zu vier Jahren.

Die psychotherapeutische Arbeit erfolgt im Wesentlichen auf psychoanalytischem Hintergrund, jedoch angepasst an die institutionellen Gegebenheiten, sowie auf die psychische Struktur der Eingewiesenen abgestimmt. Bei Indikation werden konfrontative, verhaltenstherapeutische bis hin zu pädagogischen und stützenden Interventionen angewendet.

Die Persönlichkeit mit ihren Wünschen und Konflikten, ihrer Geschichte und ihrem Bezug zur Umwelt steht im Zentrum der therapeutischen Arbeit. Die Person als Ganzes soll sich weiterentwickeln können und sich als aktiver Gestalter seines Lebens begreifen. Damit werden eigenverantwortliche Entscheidungen möglich und destruktive Wiederholungen können durchbrochen werden.

Delikt und Sucht werden als Symptome verstanden, welche im Kontext der gesamten Therapie zum Thema werden. So zielt die analytische Arbeit nicht primär auf eine äussere, schnelle Anpassung des Eingewiesenen, sondern strebt eine eigenständige, langfristige Veränderung von innen her an.

Das therapeutische Setting zeichnet sich in der Regel durch Freiwilligkeit und Schweigepflicht aus. Wird aus der Therapie heraus ein Risiko für ein Sexual- und/oder Tötungsdelikt sowie einer Brandstiftung ermessen, wird die Schweigepflicht aufgehoben.

In Ausnahmefällen werden auch verordnete Therapien durchgeführt.

Psychotherapie und Sozialpädagogik verstehen sich als sich ergänzende Systeme. Mit unterschiedlichen Werkzeugen fordern und fördern sie den Eingewiesenen. Durch die Auseinandersetzung mit seinen Ressourcen und Schwierigkeiten soll eine Veränderung in Richtung einer deliktfreien und verantwortungsvollen Lebensgestaltung erreicht werden.